Donnerstag, 27. Januar 2011

7) Mittwoch, 26. Januar 2011

Bergauf?

Heute Morgen hatte ich ein wenig Zeit um auszuschlafen, aber irgendwie hatte ich lauter komische Träume und war am Ende dann doch unausgeschlafen. In der Uni bessert sich die Stimmung doch einigermaßen. Allerdings muss man immer noch stark aufpassen, was man sagt. Sobald Maurice oder ich auf das Thema kommen, ist die Stimmung gleich wieder schlechter ;__; Maurice hat inzwischen auch seine Unterlagen von der Uni bekommen. Wie Simone auch, muss er eine Menge Formulare ausfüllen (oftmals nur in Japanisch) und sogar zu einem Gesundheitscheck.  Na das kann ja heiter werden.
Auch mein Chinesisch Lehrer hat den Tag nicht wirklich besser gemacht. Wir müssen nun doch eine Klausur schreiben und ich habe nur noch 2 Wochen, um mich auf sie vorzubereiten. Die letzte Woche war dann doch irgendwie ein wenig zu verwirrend. Aber ich habe bereits heute wieder angefangen zu lernen. Dummer Weise werden dadurch meine Nächte länger und der Schlaf wesentlich kürzer *verdammt* Ich war froh, dass Alona sich für mich gefreut hat. Ich hatte Angst, dass es ihr so wie Anna wehtun würde ;__; Ich will niemanden verletzten, mit dem was ich tue. Und ich fände es schade, wenn mir das jemand nicht sagen würde. Um ehrlich zu sein, versuche ich mich sehr zurückzuhalten, aber manchmal platzt es eben aus mir heraus. Man möchte auch Mal öffentlich glücklich sein darüber, dass man so eine Chance hat im Leben.
Nach unserem gemeinsamen Kanji-Workshop sind wir zur Bushaltestelle gegangen und trafen dort zufällig auf K.先生 Der holte mich endlich mal aus meinem Loch hinaus an die Oberfläche, denn er sagte mir, dass ich sehr viel Glück habe, denn die Gakushûin finanziert anscheinend immer den LMU Studentinnen die Wohnung bzw. den Platz im Wohnheim. Damit ist mein Lebensraum schon mal gesichert und ich habe auf meiner monatlichen Liste gleich Mal 390,- Euro weniger stehen. Nun fehlt ein Job, der mir Essen, Handy, Fahrtkosten und mein sonstiges Leben finanzieren. Natürlich ist da das Bafög, von dem ich hoffe, dass ich zumindest ein wenig bekomme *bettel* gekoppelt mit einem Job in Japan. Ansonsten würde mich nur das Stipendium retten. Das wäre das Wichtigste überhaupt ;__; Damit würde ich es wirklich schaffen auch ohne Job über die Runden zu kommen.
Das sind die Grundängste, die momentan in meinem Kopf herumschwirren. Aber mir fehlt momentan einfach die Zeit, um mich mit dem Problem Bafögamt auseinander zu setzen. Die Klausuren, vor allem das Empfehlungsschreiben auf Englisch für mich selbst und die noch nicht mal angefangene Übersetzung meiner Forschungsarbeit treiben mich bald in den Wahnsinn *seufz*
Auf der Arbeit sagte ich dann meiner Chefin bescheid, dass ich vermutlich ab September nicht mehr da sein würde. Ich hoffe, dass sie es versteht, aber ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen war sie nicht wirklich glücklich darüber. Mein Chef hat es total verstanden und meinte, dass es zwar schade sei, aber dass er auch gut verstehen könne, dass ich diese Chance auf jeden Fall nützen möchte.
Auch meine Kollegin Kathy hat sich gefreut und mich ein bisschen ausgefragt. Ich bin froh, dass es auch manche Leute gibt, die sich richtig für einen freuen. Auch wenn das jetzt dumm und egoistisch und vielleicht auch wenig elitär klingt, aber ich habe gerade das Gefühl, dass mich nur noch 10% der Leute um mich rum verstehen und ich denke, dass ich mich ab jetzt ein wenig zurückhalten werde. Ich habe auch Angst, dass ich meine Familie zu sehr nerve. Sie sind alle überarbeitet und gestresst und dann komme ich daher mit meinem Auslandsjahr . . . ich hoffe, dass sie Verständnis haben werden und ich werde einfach öfter Mal die Klappe halten, wie damals beim Working Holiday. Es ist immer besser schon alles ausgearbeitet zu haben, als sie mit den Problemen zu quälen, die ich gerade habe, die sich aber vermutlich (oder hoffentlich) schnell in Lauft auflösen werden!
Ok, jetzt ist es schon sehr spät und ich muss morgen wieder früh raus.

Grüße,

Martina

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