Und hier fängt die Geschichte an . . .
Hallo liebe Leser,
Dieser Blog soll euch einen kleinen Einblick in meine Geschichte geben, die allerdings noch nicht fertig geschrieben ist (was ja nicht verwunderlich ist); nur die Enden, die sind bereits fertig und führen mich entweder zu der Gelegenheit, von der ich schon so lange geträumt habe oder zum alltäglichen Leben zurück. Das, was dazwischen passiert, möchte ich gerne mit euch teilen.
Heute um 10:05 Uhr klingelte das Telefon bei mir daheim. Das ist ja auch nicht all zu ungewöhnlich ^__~ Ich hatte gerade mit meiner Freundin Maria in Taiwan geskypt und war schon so gut wie auf dem Weg zu meiner Oma. Meine Mutter nahm ab und sagte dann mit einem erschreckten Gesicht: „Ich werde Sie meiner Tochter überreichen!“ Hoppla, was war denn da los? Wer war denn da am Telefon, für den es sich „geziemte“ so höflich zu sein?!? Meine Chefin? „Ich werde heute auf KEINEN FALL arbeiten!“, dachte ich noch bei mir, als meine Mutter flüsterte: „Ein Herr vom Japanzentrum!“ Und von diesem Augenblick an begann mein Herz so heftig zu klopfen, als wolle es auf dem schnellsten Weg aus meiner Brust springen. Mit zitternden Händen ging ich in mein Zimmer und antwortete: „Hallo, Martina K.“ Was danach kam, kann ich nur noch gebrochen wiedergeben ^__^; Ich weiß noch, dass er ewig um den heißen Brei geredet hatte. Er begann damit, dass wir uns noch gar nicht kennen würden (was wir allerdings doch taten, nur ich glaube kaum, dass er sich jede Studentin merkt, mit der er schon ein Mal gesprochen hat) und stellte sich vor. „Sie wundern sich bestimmt, warum Sie noch keine Email erhalten haben, oder?“ fragte er dann. Am liebsten hätte ich pampig gesagt: „Nein, weil ich dachte, es sei alles schon gelaufen und ich wurde nicht gewählt.“, was ich mir aber sparte (den Grund dafür erzähle ich euch später); stattdessen antwortete ich nur: „Nein, nein, es war sowieso nicht klar, wann man eine Email erhalten würde.“ . . . im Nachhinein vielleicht eine gar nicht so dumme Antwort. „Nun, sie haben ja auch keine Email erhalten, wegen einem Gesprächstermin!“ Dieser Termin war für Wackelkandidaten, von denen sich die Dozenten noch mal gerne ein Bild machen wollten. „Ja, das stimmt.“ . . . *bumbum bumbum* In meinem Kopf dröhnte mein Herzschlag so laut wie ein landender Hubschrauber. In einer Endlosschleife kam in meinem Kopf immer nur wieder der Satz: „Jetzt SAG HALT, was los ist!!!!!!“ O__o;;;; und dann kamen ENDLICH die erlösenden Worte: „Das ist, weil wir Sie gleich von Anfang an für einen Studienplatz ausgesucht hatten.“ . . . Am liebsten wäre ich umgekippt vor Glück. Ich glaube, die nächsten Sekunden hat sogar kurz meine Atmung ausgesetzt XD~ Er erzählte noch, dass die endgültige Email mit dem Ort in der nächsten Woche kommen würde. Leider waren meine letzten Worte zu dem Dozenten relativ dämlich und von einem nahenden Ohnmachtsanfall beeinflusst ^__^; „Es freut mich wirklich außerordentlich Herr K. und ich danke Ihnen wirklich sehr!“ oder so einen Käse ließ ich von mir *hüstel* Er wünschte mir noch ein schönes Wochenende und ich WETTE, er hat sich danach totgelacht. Allerdings gibt es vermutlich keinen lustigeren Job, als jungen Menschen zu sagen, dass sie gerade einen Studienplatz an einer japanischen Uni bekommen haben. Danach fiel ich meiner Mutter weinend in die Arme, denn meine armen Eltern leiden immer genauso mit, als ginge es um ihren Studienplatz in Japan oder was auch immer noch so treibe ^__^;
Und warum wollte ich schon fast pampig werden? (was ja bei mir auch nichts Neues wäre?) Nun ja, zuvor gab es so viele Gerüchte in der Uni. Angefangen vom Stipendienabend der LMU letzten November, an dem wir so einiges über die Bewerbungen, das Stipendium und den Aufenthalt in Japan hörten. Aber da die Dozenten uns relativ wenig Infos geben konnten, kam die Gerüchteküche ins Brodeln -___-; und hörte bis dato auch noch nicht auf vor sich hin zu köcheln. Wie dem auch sei, am 12. Dezember war Abgabetermin für die Bewerbungen und Simone, Anna, Michael und ich trafen uns oft, um zu „diskutieren“. Dass das in endlosen Vermutungen, manchmal sogar Schimpftiraden endete, muss ich vermutlich nicht erzählen ^__^; Das ist nun Mal so, wenn man auf etwas Wichtiges hinarbeitet.
In den Ferien konnten sich unsere Gemüter ein wenig abkühlen, aber sobald die Uni wieder losging, wurden die alten Gerüchte aufgewärmt oder nachgewürzt und neu serviert. An dem Montag vor einer Woche machte dann ein Lehrer kurzen Prozess und ließ einen Teil des 3. Semesters wissen, wie die weiteren Maßnahmen denn nun seien. Wir bekamen Daten, bis zu denen wir etwas hören sollten, falls wir zum Gespräch müssen bzw. ob wir genommen werden. Aber die fleißigen Köche (mich eingeschlossen) fanden natürlich neue Rezepte und bald hörte man nur noch den Wortfetzen „Email“ im Zimmer hängen. Hier und da vernahm man in der folgenden Woche schon die ersten Email-Gerüchte und da weder Simone, Anna, noch ich eine bekommen hatten, waren wir natürlich in einer Laune, die sich am Mittwoch in einer Explosion entlud. Man, waren wir sauer XD~ Als mir Simone am Mittwoch Abend eine sms schrieb, dass sie einen Anruf erhalten hatte, war bei mir so einiges am Ende und verfluchte vorm Schlafengehen die ganze Welt ^~^; Leiden mussten nicht nur meine Eltern, sondern auch die arme Maria, die sich eine ¾ Stunde meine Sorgen anhörte am Donnerstag . . . und den Rest der Geschichte kennt ihr ja bereits schon.
Aber das war für diesen Donnerstag noch nicht alles! Nachdem ich in der Geschichtsvorlesung war und erfuhr, dass auch Maurice zu den Glücklichen zählte, sah ich in meinem Email-Postfach daheim eine Email von K.先生 Das wunderte mich sehr, denn er hatte ja am Telefon erwähnt, dass er sich erst nächste Woche wieder melden würde.
In der Mail gratulierte er mir, dass ich für die Gakushûin Joshi-Universiät in Tokyo ausgewählt wurde. Mir wurde erst heiß, dann kalt und dann wurde mir schlecht ^__^; Tokyo . . . meine absolute Lieblingsstadt . . . der Ort, den ich auf dem letzten Platz stehen hatte . . . der Ort, der kein Vollstipendium anbieten wird . . . der Ort, an dem ich all meine Freunde wieder sehen kann . . . der Ort, an dem ich vermutlich doch arbeiten muss . . . und, und, und . . . all diese Gedanken kamen mir auf ein Mal in den Kopf und bildeten einen großen Wirbelsturm. Am Liebsten hätte ich mich ehrlich gesagt übergeben. Aber zum Glück waren meine Mutter und meine Schwester für mich da. Auch als ich später auf das MUCC Konzert im Backstage ging, war meine Freundin Caro für mich da und nahmen mir ein wenig die Angst. Irgendwie würde ich das doch hinbekommen, oder? Das Konzert ging wie im Traum an mir vorbei ^__^;
Mit diesen Gedanken und noch vielen anderen mehr, schlief ich nach langem hin und her wälzen endlich ein.
Grüße,
Eure Martina
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