Naivität . . . お久しぶりです!(1)
Auch am Samstag hatte sich die Aufregung nicht wirklich gelegt. Inzwischen wissen ein paar Leute zu viel von diesen Plänen, was mir eigentlich nur deswegen unangenehm ist, weil noch nichts wirklich feststeht >__< . . . Ich hoffe tief im Innern, dass die Anmeldung bzw. Bewerbung bei der Uni nur noch eine Art pro forma Sache ist . . . denn wenn sie mich nicht nehmen würden, wäre das mein Untergang. Ich wäre ruhiger, wenn wir schon vorher gewusst hätten, dass die Entscheidung unserer Dozenten nicht endgültig ist.
Wie dem auch sei. Gestern in der Arbeit konnte ich es mir nicht verkneifen Christa, Max und Naile davon zu erzählen *G* . . . vor allem, weil meiner Chefin dann schon die zweite Aushilfe kündigen wird. Naja, ist ja auch eigentlich nur ein Nebenjob und sobald ich die Zusagen von der japanischen Uni habe, werde ich ihr Bescheid geben und dann hat sie immer noch massig Zeit zu suchen.
In Grammatik am Freitag Vormittag ist etwas nettes passiert. Ich saß mit Michael, Anna, usw. in der ersten Reihe bei Frau F.. Diese kam gerade zur Türe herein, als ich mir auf dem Block das heutige Datum und die Stunde notierte. Aus den Augenwinkeln nahm ich wahr, dass unsere Lehrerin Ihre Kopien auf den Tisch gelegt hatte und erwartete, während ich noch weiterschrieb, dass sie ihren Unterricht gleich beginnen würde. Aber es blieb Mucksmäuschenstill. Plötzlich kam ein Flüstern von vorne: „Frau K.!!!“ . . . ich zuckte heftig zusammen und schaute schockiert nach vorne. Was hatte ich denn getan?!?! O__O Ich hab doch nur das Datum notiert! *wunder* . . . doch dann sah ich das lächelnde Gesicht meiner Lehrerin und sie flüsterte: „Herzlichen Glückwunsch!!!“ . . . Ach, sie ist SO lieb!
Aber kommen wir nun zum Samstag: Am Vormittag ging ich mit meinem Vater in der Stadt shoppen, wurde von Maurice (auch in meinem Sprachkurs) angerufen, der mir erzählte, dass er auch in Tokyo studieren wird *yay* und als ich wieder daheim war, checkte ich mein Postfach . . . und sah eine Email von K.先生. Neugierig öffnete ich sie und fiel fast rückwärts von meinem Stuhl. Es war eine Email mit der vorläufigen Auflistung von wichtigen Dokumenten, die ich ins Englische übersetzten, kopieren oder ihm schicken sollte. Oh weh . . . damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet O__o; Ich war doch tatsächlich so naiv gewesen und hatte angenommen, dass meine Bewerbungsunterlagen ausreichend gewesen seien *seufz* . . . da ist man schon so alt und immer noch so blauäugig ^__^“ Dummer Weise beinhaltete die Liste meiner Aufgaben für das Wochenende nicht die Übersetzung meines Notenspiegels, Emails an Dozenten wegen Empfehlungen, Reisepasskopien, übersetzten Immatrikulationsbescheinigungen und englischen Auflistungen meiner bisherigen Kurse und Noten, sondern eigentlich die Bearbeitung von 2 (!) Referaten und jeder Menge Kanji! *schauder* Nach dem Essen setzte ich mich umgehend an die Arbeit und schreckte erst wieder auf, als es 15:55 Uhr war. Oh Schreck! Simone war schon da?!? Wir wollten zusammen das „Einführung des Buddhismus“ Referat bearbeiten und ich war noch nicht mal zur Hälfte mit den Dokumenten fertig . . . und ich hatte noch nicht ein Kanji wiederholt O__o;
Aber Simone war zum Glück gut vorbereitet und tippte fix ihren Teil in die Power Point Präsentation! ^__^ Ich machte mich währenddessen fertig, da wir am Abend zusammen mit meinem Vater, Nati und Anna ins Nô-Theater gehen wollten. Anschließen konnten Simone und ich uns gegenseitig das Herz ausschütten und ich bin wirklich froh, dass sie auch einen Platz bekommen hat, denn so etwas alleine durchstehen zu müssen wäre wirklich hart. Allerdings erfuhr ich von Simone, dass sie ihr Forschungsarbeitsthema auf Japanisch (!) übersetzten muss. Das macht mir wirklich Angst . . . ob das gleich auf mich zukommen wird??? Immerhin bin ich mit meiner Naivität nicht ganz alleine . . . auch Simone war davon ausgegangen, dass der Arbeitsaufwand sich in Maßen halten würde ^__^;
Das Nô-Theater war wirklich interessant, auch wenn Prof. Dr. V. Recht hatte . . . wenn man die Sänger zum ersten Mal hört, muss man sich wirklich zusammenreißen, um nicht zu lachen. Denn für deutsche Ohren sind es doch wirklich sehr fremde Laute ^__^;
Noch nach dem Theaterbesuch tippte ich in der Nacht eine Email an Prof. Dr. V., den ich um ein Empfehlungsschreiben bitte, setzte eine To-Do-Liste auf und machte die Präsentation für das Buddhismus Referat fertig. Um Mitternacht fiel ich todmüde in mein Bett und schlief zum ersten Mal seit mehreren Wochen gut.
Grüße,
Eure Martina
(1) ohisashiburi desu: Lange nicht gesehen
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